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Hier im malerischen Damerow wird der Schnäpel nachgezüchtet für die Ostsee.
Bernd Plötz vom Verein Fisch und Umwelt zeigt die kleinen Ostseeschnäpel, die er im Jabeler See nachgezüchtet hat.
in den Boddengewässern, im Achterwasser und am Peenestrom findet der Schnäpel sein neues Zuhause.
Bei seinen regelmäßigen Tauchgängen kontrolliert Thomas Mohr den Zustand des künstlichen Riffs vor Rosenort und Nienhagen.
Der Rostocker Gerd-Michael Arndt vom Verein „Fisch und Umwelt“ engagiert sich für das große Stör-Nachzuchtprogramm.
Der schönste Moment für Gerd-Michael Arndt. Er entlässt 120 Ostseestöre in die Freiheit. Raus aus dem Teich, rein in die Ostsee.
der Ostseestör ist eine Nachzucht aus dem Kaviar des Kanadischen Störs. Beide Tierarten sind genetisch identisch.

Die Fischretter - eine 30 Minuten-Reportage für den NDR

Eigentlich ist die Ostsee kein Heim für Fische. Die Gründe dafür sind bekannt: Überfischung, Gewässerverschmutzung und die Verbauung der Laichflüsse und Bäche. Ein weiterer Grund: der Ostseegrund ist eine  Sand- und Schlickwüste. Auch die ist von Menschen gemacht: durch die umfangreiche Steinfischerei für den Häuser- und Straßenbau zu DDR-Zeiten.

Drei Männer vom Verein Fisch und Umwelt wollen daran etwas ändern. Und drei Fischarten sollen wieder eine Chance bekommen, in der Ostsee heimisch zu werden. Der in seinem Bestand bedrohte Dorsch, der als Speisefisch immer beliebter werdende Ostsee-Schnäpel und der vor 90 Jahren ausgestorbene Ostsee-Stör.

Bernd Plötz im beschaulichen Damerow bei Waren an der Müritz  versucht sein Glück am Rande eines langen T-förmigen Steges am Jabeler See. 32 große Netze liegen hier im Wasser, die nachts beleuchtet werden. In jedem der würfelförmigen, 2 x 2 Meter großen Netze wimmelt es von winzigen Schnäpeln. Aber anders als in der normalen Fischzucht, darf Bernd Plötz seine Lieblingsfische nicht füttern. Sie müssen mit dem klar kommen was der See hergibt. Anfang Juni merkt er, dass es kritisch wird. Die Tiere drohen zu verhungern. Also schnell weg in den Saaler Bodden. In einer Blitzaktion müssen die Tiere verladen werden mit Eimern in den Tanklastzug der Plauer Fischzucht. Auf der Autobahn an den Bodden und von dort durch lange Schläuche in die freie Wildbahn. Futter für den Zander oder tatsächlich wieder Schnäpel in der Ostsee?

Deutlich bessere Überlebens-Chancen hat ein Urviech aus dem Reich der Kiemenatmer: der Ostsee-Stör. Gerd-Michael Arndt versucht den in der Ostsee ausgerotteten Fisch wieder anzusiedeln: den urzeitlich anmutenden Fisch von 2 Metern Länge, dessen Kaviar-Eier teuer bezahlt werden. Vor einigen Jahren haben er und seine Kollegen etwa 30 Störe aus Kanada mitgebracht um in Born auf dem Darß mit der Aufzucht zu beginnen. Anders als der Sibirische Stör ist der Atlantische Stör aus Kanada dem ausgestorbenen Ostseestör zu fast 100 Prozent ähnlich. Die kleineren Exemplare machen sich dann bald schon auf die Reise nach Boek an die Müritz, um in großen Teichen groß und größer zu werden.  Und dann kommt auch hier irgendwann der große Tag, die Reise in die Freiheit. Dann werden große Netze im Fischteich ausgelegt und langsam zusammengezogen. Am Ende zappeln hunderte von großen Tieren in dem Netz und müssen nun rasch mit dem Fisch-Tanklaster Richtung Ostsee.

In Freest am Greifswalder Bodden warten zwei Kutter auf die wertvolle Fracht. Aus dem Tanklaster über Rutschen in die Arme der Fischretter und dann in die großen Hälterbecken an Bord der Kutter. Für Gerd-Michael Arndt der schönste Moment in seinem Fischforscherleben. 2 Meter Ostseestör gehen nach zwei Stunden Fahrt heftig zappelnd aus seinen Armen in die salzige Flut.

Einen sehr viel ungewöhnlicheren Weg nimmt der dritte Fischretter im Bunde: Thomas Mohr. Seine Idee: eine große Zahl unansehnlicher Betonteile im Meer zu versenken. Im Klartext: ein künstliches Riff zu bauen als Heimstatt für den Dorsch. 2 Seemeilen vor dem  Ostseestrand von Markgrafenheide liegt seine neueste Betonkonstruktion auf dem Ostseegrund. Überdimensionale Panzersperren, wie man sie vom Küstenschutz an der Nordsee kennt und so genannte Riff-Kegel gehören dazu. Ob das wohl hilft den Fischbestand in der Ostsee zu verbessern?

10 Kilometer weiter westlich vor dem Strand von Nienhagen ist der Traum von einem künstlichen Riff längst Wirklichkeit geworden. Seit 10 Jahren. Kaum zu glauben, was uns da Thomas Mohr  bei einem Tauchgang in 12 Meter Wassertiefe so alles zeigen kann. Über 1000 Betonteile, wohlgeordnet. Betonringe, Riffkegel und Tetrapoden. Dicht von Algen und Seegras  überwuchert, besiedelt von Muscheln und Seesternen. Statt einer Betonlandschaft, ein Tummelplatz für Dorsche. Der Plan von Thomas Mohr scheint aufgegangen zu sein.

"Die Fischretter": drei Männer kämpfen für mehr Fisch in der Ostsee. "NaturNah2 am 5. April um 18:15 im NDR-Fernsehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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