Erdbeer Karl: 2-teilige Doku-Reportage rund um einen findigen Obstbauern
Am 24.11. und 01.12. jeweils um 18.15 Uhr im NDR Fernsehen!
Angefangen hat alles mit den Erdbeerfeldern in Rövershagen. Irgendwann hatte er da die Idee diese Frucht selbst zu vermarkten. Da standen bald überall die Erdbeerstände im Lande herum und das Geschäft brummte. Dann wurde aus dem Erdbeerhof ein großer Bauernmarkt mit Erlebniseinkaufen und Gastronomie. Und nun schießen Karls Elebnishöfe überall im Lande aus dem Boden. Nicht nur in Rövershagen und Warnemünde oder Warnstorf, bald auch auf Rügen und der Insel Usedom. Karl ist eigentlich Robert Dahl, 36 Jahre alt und einer der erfolgreichsten Jungunternehmer im Land. Sein Geschäftidee: Erdbeeren verkaufen an insgesamt 240 Orten und Plätzen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Und nun statt Erdeeren auch: bäuerlich-rustikalen Kitsch mit regionalem Ostseetouch. In einer Umgebung, die den Einkauf in seinen Märkten zu einem beliebten Tagesausflug von Urlaubern werden lässt. Das Geschäft brummt.
1.Teil
Morgens um 3 Uhr geht der Tag los für Robert Dahl. Der gelernte Obstbauer hat ein mittelgroßes Erdbeerimperium bei Rostock errichtet und da trifft er sich zur Erdbeerernte früh auf den Feldern mit seinen polnischen und ukrainischen Erntehelfern. 900 Menschen müssen da eingeteilt werden und Robert Dahl übernimmt diesen Job persönlich. Er spricht fließend Polnisch weil er in Polen mal gelernt hat und hat den Draht zu den Leuten. Robert Dahl wirkt sehr jung, smart und drahtig, lächelt fast immer wenn er spricht, mit seiner etwas rauen, heiseren Stimme. Heiser vom Dauerdiskurs den er mit seinen Mitarbeitern führt, mindestens 12 Stunden am Tag. Ab 6 sitzt er dann im Erdbeerbüro und erwartet in seiner Schaltzentrale das seine Erdbeerimperium erwacht. 240 Stände müssen sich bei ihm melden und sagen was sie brauchen. Obwohl das niemand besser weiß als Robert Dahl, der abends zuvor die Verkaufsmengen akribisch ausgewertet und genau berechnet hat wie er „die Stände ausreizen kann“, wie er sagt. Das Erdbeergeschäft ist seine wahre Leidenschaft, so hat alles angefangen, und ohne ihn der ständig und überall dabei ist, würde das Geschäft nicht laufen, meint er.
2.Teil
Aber die Erdbeeren allein reichen ihm nicht. Irgendwann hat er dann Marmeladen verkauft und Erdbeerbowle, dann kam ein ganzer Bauernmarkt dazu. Regionale Produkte, Landwurst, Eier, Säfte, Tees und Sanddorn, Salami und Brot, aber dann auch Laternen, Töpfe, Körbe, alle möglichen Geschenk- und Dekorationsartikel, das meiste davon Made in China. Da hat seine Frau Steffi den Hut auf. Wenn Robert in der Erdbeerernte ist dann kümmert sie sich ganz allein um den Bauernmarkt.
Aber wenn die Ernte vorbei ist, dann kommt Robert wieder ins Spiel, vor allem wenn es um den Einkauf geht. Zusammen mit seiner Frau nd seiner Schwester fährt er nach Frankfurt auf die Messe und kauft von der Erdbeerduftkerze bis zum Supererdbeerkitsch alles was irgendwie gut laufen könnte in seinem Bauernmarkt. „Ramsch!“ sagen seine Freunde und Kritiker und er leugnet das nicht. „Guter Ramsch – eher Kitsch mit Qualität… trifft aber den Geschmack wie die Faust aufs Auge“ Robert Dahl lächelt dabei, wie immer.
Aber auch der Bauernmarkt wo es alles gibt rund um die Erdbeere reicht dem Erdbeerbauern nicht. So hat er um die Kunden anzulocken ein Erlebnisdorf gebaut. Mit Erdbeerexpress, Maislabyrinth, Elektro-Traktoren, Ponyhof, Tierschau, Spielplätzen und einem fliegenden Kuhstall-Karussell. Ein kleiner Vergnügungspark und mittlerweile Publikumsmagnet in Mecklenburg. Weil er aber nicht aufhören kann ständig neue Ideen in seinem Erdbeerimperium umzusetzen träumt er jetzt von einer Erdbeerseilbahn in seinem Erlebnisdorf. Einen Schweizer Hersteller hat er gefunden, der genau das baut was er sich vorstellt. Eine Mischung aus Gondel- und Achterbahn. Und genau die ist dieses Jahr auf der Expo in Shanghai zu bewundern, schwebend über dem Schweizer Pavillon. Also macht sich Robert Dahl auf den Weg nach China. Wo er auch sonst gerne mal auf Einkaufstour ist. Und er lässt sich inspirieren, nicht von Seilbahnen über Shanghai auch von der übrigen Expo und dem bunten Gedränge auf dem „Bund“ am Abend, inmitten tausender Besucher bei der Expo-Lasershow. Zurück in Rövershagen setzt er seine weltläufigen Recherchen gleich in die Praxis um. Seine Erdbeerkühlhalle umfunktioniert zu einer Ausstellung mit Eisskulpturen: Palmen, Löwen, Dschungel, in buntem Licht erstrahlend, so wie die Skyline von Shanghai beim letzten Abendspaziergang.
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